Spule mit Mikrofilm, © Gramper - Fotolia.com

Über das Archiv

Ein Lesegerät für Mikrofilme

Ein Lesegerät für Mikrofilme

 

Originalfilm mit Plastikbox

Originalfilm mit Plastikbox

 

Verfilmungskamera, Bildquelle Zeutschel

Verfilmungskamera © Zeutschel

 

Mikrofilmschrank

Mikrofilmschrank

Das Mikrofilmarchiv ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit Sitz in Dortmund. Seine Aufgabe ist es, Verfilmungsprojekte – insbesondere der Tagespresse – zu fördern und mit den beteiligten Institutionen zu koordinieren, selbst Verfilmungsprojekte zu initiieren und Filmduplizierungen (30-m-Rollen) zu veranlassen. Die bei Filmduplizierungen erzielten geringen Überschüsse werden satzungsgemäß dazu benutzt, Mikroverfilmungen vorzunehmen, die Geschäftsstelle zu betreiben und in unterschiedlichen Intervallen den verfilmten Zeitungsbestand in Bestandsverzeichnissen zu publizieren. Das MFA führt ein Filmregister, in dem sich zahlreiche Verfilmungsprotokolle befinden. Die Protokolle enthalten detaillierte Angaben über Verfilmungslücken und weitere Besonderheiten, die bei der Verfilmung aufgefallen oder entstanden sind.

Seit 1999 gibt das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V. einmal jährlich die Zeitschrift Zeitungs-Mikrofilm-Nachrichten heraus und versendet sie. Jährlich veranstaltet das MFA eine öffentliche Fachtagung an wechselnden Orten.

Das Mikrofilmarchiv hat sich am 28. April 1965 in Hamburg konstituiert. Heute setzt sich der gemeinnützige Verein aus Einzelmitgliedern und institutionellen Mitgliedern zusammen. Bei den Institutionen handelt es sich um namhafte Bibliotheken, Archive und wissenschaftliche Einrichtungen, die ihre Zeitungs- und Zeitschriftenbestände durch den Masterfilm gesichert haben.

Zwar sind die meisten unserer Kunden Archive und Bibliotheken, doch können auch Privatpersonen bei uns bestellen. Bitte beachten Sie, dass Sie für den Mikrorollfilm ein Lesegerät benötigen. Die Geräte sind in Bibliotheken und Archiven vorhanden.

Viele dieser Lesegeräte bieten die Möglichkeit, Papierausdrucke oder Scans anzufertigen, die Benutzerinnen und Benutzer z.B. auf einem USB-Stick speichern können. Bitte berücksichtigen Sie die jeweiligen Verwendungsbeschränkungen der Einrichtungen.

Warum Mikrofilm?

Der Mikrofilm ist besonders für Zeitungen gut geeignet.Er spart Platz, kann dupliziert, verschickt und rückvergrößert werden. Um die Langzeithaltbarkeit zu gewährleisten, werden Masterfilme (Originalfilme) nicht in die Benutzung gegeben. Daher stellt das MFA über beauftragte Dienstleister Duplikatfilme (kopierte Rollfilme) on demand her.

Die Verfilmung und Duplizierung findet in erfahrenen, zertifizierten Fachbetrieben statt, die sich an die einschlägige Norm halten (DIN 19057).

Bedingt durch die schlechte Zeitungsüberlieferung ist die Zugänglichkeit von Zeitungsoriginalen schwierig. Dies gilt nicht nur für das Entstehen der Zeitungen im 17. Jahrhundert, sondern bis in die jüngere Gegenwart.

Hinzu kommt, dass Zeitungspapier, vor allem seit dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts (Holzschliff) und durch die Einführung von Maschinenpapier und Rotationsdruck, schlecht haltbar ist. Zeitungspapierbände können daher kaum noch in die Benutzung gegeben werden. Deshalb wird auf die Verkleinerung von Zeitungen auf Film (Mikrorollfilm) von den Zeitungsbibliothekaren gerne zurückgegriffen. Archivare verwenden den Mikrofilm als analoges Ersatzmedium für die Langzeitaufbewahrung.

Durch Verfilmung konnten und können verstreut überlieferte Zeitungen auf Film zusammengefügt und somit komplette Reihen gebildet werden. Der vom Masterfilm gezogene Arbeitsfilm (Diazoduplikat) ermöglicht es, dass ihn alle interessierten Institutionen für die Benutzung zu günstigen Preisen erwerben können. Ein besonderer Vorteil für Bibliotheken: Mikrorollfilme können über den Leihverkehr verschickt werden, was bei Zeitungsbänden wegen Gewicht und Format nicht möglich ist. Von den Filmen lassen sich mit guter Qualität und geringen Kosten Papierkopien (auch digitale Umsetzungen) ermöglichen.

Nach der Verfilmung können die Papierbände aus der Benutzung genommen und schonend aufbewahrt werden. Durch die Trennung des Masterfilms (Silberhalogenid) mit langer Lebensdauer (ca. 500 Jahre und dann noch vorhandener Umkopiermöglichkeit) und Duplikatfilme (Diazomaterial) in der Benutzung lässt sich die einmal gefertigte Verfilmung auf viele Generationen hinaus erhalten. Mikrorollfilme sind in der Aufbewahrung (Temperatur / Luftfeuchte) nicht anspruchsvoll, sondern mit denselben Bedingungen zufrieden, die in üblichen Bibliotheksmagazinen vorhanden sind. Da Diazofilme dazu neigen, Staub anzuziehen, ist deren relativ staubsicherere Unterbringung zu empfehlen.

Digitalisierungen verkauft das Mikrofilmarchiv nicht. Satzungsgemäß sowie aus juristischen Erwägungen (Urheberrecht, Leistungsschutzrecht, Persönlichkeitsschutz) sammeln und vertreiben wir ausschließlich analog. Auch Papierausdrucke bieten wir nicht an.

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